Wie Ostern mich verändert

Dieses Jahr findet sich bei uns zuhause leider kaum Osterdekoration. In den letzten Wochen und Monaten war hier einfach sehr viel los. Eigentlich wollte ich zumindest einige frische Zweige schmücken und mit den Kindern die Ostergeschichte in Form eines „Auferstehungsgartens“ nachstellen, ähnlich wie Lena von Segenregen. Nun sitze ich jedoch hier und das einzig Österliche sind die gefärbten Eier, von denen nur noch zwei übrig sind. Der Hefezopf existiert schon längst nicht mehr. Man könnte also annehmen, Ostern sei mir nicht so wichtig. Doch tatsächlich hat die Osterbotschaft mein Leben fundamental verändert. Warum ist das so und was hat Ostern mit meinem Alltag zu tun? 

Die Osterbotschaft

Die Botschaft von Ostern ist, dass Jesus, der unschuldige Sohn Gottes, stellvertretend für ungerechte Menschen („Sünder“) am Kreuz starb. Und am dritten Tag wieder vom Tod auferstand. Wie kam es dazu?

Jesus hatte eigentlich nichts getan, wofür er den Tod verdient hätte. Gar nichts. Stattdessen wurde ihm ein unfairer Prozess gemacht. Ist Jesus also das Opfer eines Justizirrtums? Ja und nein. Zwar war er unschuldig und litt tatsächlich unter einem unfairen Prozess. Er litt aber in erster Linie nicht unter den Menschen, die ihn kreuzigen ließen. Vielmehr litt er für die Menschen, die ihn ans Kreuz gebracht hatten. Er litt für uns. Denn es waren nicht die Nägel, die ihn am Kreuz hielten. Es war seine Liebe zu uns. Was hat das Kreuz mit Liebe zu tun?

Die Bibel beschreibt uns Menschen als „Feinde“ Gottes (vgl. Römer 5,10). Dies mag überraschend klingen, denn manch einer würde seine Einstellung Gott gegenüber vielleicht eher als „neutral“ oder „gleichgültig“ bezeichnen. Aber doch nicht als „feindlich“! Im Blogpost Friede auf Erden!? habe ich versucht zu erklären, warum Gleichgültigkeit und Feindschaft eigentlich identisch sind. Unsere selbstverschuldete Feindschaft mit Gott wiederum ist ein großes Unrecht.

Dass Unrecht eine Wiedergutmachung braucht, ist nachvollziehbar. Wenn jemand uns die Vorfahrt nimmt und unser Auto rammt, möchten wir, dass der Schuldige für den Schaden aufkommt. Dass jemand die Rechnung bezahlt. So ist es auch bei Gott: Er ist vollkommen gerecht und kann Unrecht nicht einfach unter den Teppich kehren. Jemand muss also für unser Unrecht, für unsere Feindschaft mit Gott Wiedergutmachung leisten. Das Problem ist nur, dass wir selbst es nicht können. Aber weil Gott uns so sehr liebt, wollte er selbst für unsere Schuld bezahlen. Er wird ein Mensch. In Jesus kommt Gott höchstpersönlich in diese Welt und bezahlt am Kreuz für unser Unrecht, für unsere Sünden (vgl. 1. Korinther 15,3). Dort leistet Jesus stellvertretende Wiedergutmachung. Allein aus Liebe. Der Unschuldige stirbt am Kreuz und nimmt die Strafe für unsere Sünden auf sich!

Die unglaubliche Wiederauferstehung vom Tod am Ostermorgen bestätigt, dass Gott, der Vater, Jesu stellvertretendes Sterben akzeptiert. Die Rechnung ist ein für alle Mal bezahlt! (vgl. 1. Korinther 15,17)

Wer diese Osterbotschaft glaubt, darf wissen, dass nichts mehr zwischen ihm und Gott steht. Jesus hat für jedes Unrecht, für jede unserer Sünden bezahlt. Wer ihm vertraut, muss also nicht mehr in Feindschaft mit Gott leben, sondern darf ihn stattdessen Vater nennen! Er ist nicht länger ein Feind Gottes, sondern geliebtes Kind:

„Doch als die Zeit dafür gekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Er wurde als Mensch von einer Frau geboren und war dem Gesetz unterstellt. Auf diese Weise wollte Gott die freikaufen, die dem Gesetz unterstanden; wir sollten in alle Rechte von Söhnen und Töchtern Gottes eingesetzt werden.“  (Galater 4,4-5)

Doch welche Auswirkungen hat dieses theoretische Wissen auf mein tägliches Leben? Macht die Botschaft von Ostern tatsächlich einen Unterschied in meinem Alltag?

 

Ostern gibt mir Hoffnung

Die Osterbotschaft macht mich zu einem äußerst hoffnungsvollen Menschen. Jesus ist auferstanden und hat sogar den Tod besiegt. Weil ich an ihn glaube, darf ich nach meinem Tod ebenfalls auferstehen und im Himmel weiterleben (vgl. 1. Korinther 15,20). Dieses Wissen nimmt mir den Großteil meiner Angst vor dem Sterben. Der Tod ist zwar notwendig, aber nicht das Ende. Stattdessen ist er der Anfang einer unbeschreiblich schönen Zukunft. Die Osterbotschaft gibt also meinem Sterben Sinn und ist die Hoffnung, die über den Tod hinausgeht.

Ostern befreit mich

Die Tatsache, dass dieses Leben nicht das Ende ist, verändert meine Sicht auf dasselbe. Ich werde jedoch nicht gleichgültiger, sondern hoffnungsvoller und entspannter. So darf ich beispielsweise aus dem Hamsterrad des Lebens aussteigen, in dem es darum geht, immer mehr zu haben und immer angesehener zu sein. Ich darf nach anderen Maßstäben leben, denn dieses Leben ist nicht alles. Stattdessen habe ich die Freiheit, befreit zu leben!

Der stellvertretende BILD-Chefredakteur Daniel Böcking schreibt in einem aktuellen Osterartikel über sein neues Leben als Christ:

„Ich fühle mich in keinem Wettlauf mehr – nicht um Geld, Anerkennung, Karriere. Das ist nicht mein Ziel. Sondern Gott zu lieben und den Nächsten wie mich selbst. Ein großer Auftrag. Keine Lügen, Arroganz oder Gefühlskälte – gegen Niemanden. Dafür innerer Frieden, Lebensglück und -sinn.“1Daniel Böcking: Wie Ostern mein Leben gerettet hat, 29.03.2018, online unter: https://www.bild.de/lifestyle/2018/ostern/ostern-rettete-mein-leben-55236054.bild.html

Ostern macht mich optimistisch

Wenn nicht einmal der Tod Jesus aufhalten konnte, gibt es für Gott wirklich keine hoffnungslosen Situationen! Er kann selbst die größte Traurigkeit in eine große Freude verwandeln. Der Ostermorgen ist der Beweis schlechthin. Für Gott ist nichts unmöglich! Keine Situation ist ausweglos. Ein Neuanfang ist möglich. Immer. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Sekunde. Es gibt nichts, was mich von Gottes Liebe trennen kann (vgl. Römer 8,38-39).

Insbesondere seitdem ich Mutter bin, werde ich immer wieder mit meinen Unzulänglichkeiten konfrontiert. So häufig mangelt es mir an Geduld und Liebe für meine Kinder! Nicht selten neige ich dann dazu, mich hierfür zu verurteilen oder in Selbstmitleid zu verfallen. Ich bin traurig, weil ich gerne eine bessere Mutter wäre. Aber dann darf ich mich erinnern, dass Jesus auch für dieses Versagen bezahlt hat: für meine Ungeduld, meinen Mangel an Liebe, mein Selbstmitleid… Seine Arme sind weit offen. Er ist bereit, mir wieder einmal zu vergeben, denn er hat persönlich dafür bezahlt. Ich bin frei von jeder Schuld! Ein Neuanfang ist möglich. Jederzeit! Also auch jetzt!

Gott beweist seine Liebe

Die Osterbotschaft versichert mir: Gott liebt mich. Und dich. Wenn er sogar am Kreuz für uns stirbt, wie können wir dann noch an seiner Liebe zweifeln? Wenn wir Gottes Kinder sind, müssen wir uns nicht länger von Sorgen quälen lassen (siehe Wie gehe ich mit Sorgen um?). Das Kreuz beweist, dass Gott alles für uns gegeben hat. Wir dürfen uns also mehr als sicher sein, dass er uns auch mit allem Weiteren versorgen wird. (vgl. Römer 8,32)

Die Osterbotschaft ist unglaublich und verändert alles. Wenn wir sie denn glauben. Als ich das erste Mal erkannt habe, dass Jesus für mich persönlich gestorben und auferstanden ist, hat das mein Leben grundlegend verändert. Aber obwohl das schon viele Jahre her ist, brauche ich diese Botschaft an jedem neuen Tag. Wenn ich wirklich glaube, was Jesus vor beinahe 2000 Jahren für mich getan hat, verändert dies sowohl meine Sicht auf den Tod als auch auf mein tägliches Leben.

Unsere Wohnung sieht aktuell also leider wenig österlich aus. Aber dennoch freue ich mich so sehr, dass das Osterfest nicht nur äußere Veränderungen in meiner Wohnung bewirken kann. Die Osterbotschaft hat die Kraft, mich ganz persönlich grundlegend zu verändern. An jedem Tag. Ich wünsche euch allen von Herzen frohe Ostern!

Zum Weiterdenken

  • Wie stehst du ganz persönlich zur Osterbotschaft?
  • In welchen Bereichen deines Lebens fehlt dir die Freude und Hoffnung von Ostern?
  • Wir brauchen das Kreuz und die Auferstehung sowohl an unseren schlechtesten Tagen als auch an unseren besten. Wie kannst du dich täglich daran erinnern?

Zum Weiterlesen

Inka von Alltagsliebe hat in ihrem aktuellen Blogpost Meine mutigsten Gebete sehr schön beschrieben, welche Auswirkungen die Osterbotschaft auf ihre persönlichen Gebete hat. Gottes Kinder dürfen mutig und hoffnungsvoll mit ihren Anliegen zu Jesus kommen, denn seine Liebe zu uns steht fest.

Quellenangaben   [ + ]

1 Daniel Böcking: Wie Ostern mein Leben gerettet hat, 29.03.2018, online unter: https://www.bild.de/lifestyle/2018/ostern/ostern-rettete-mein-leben-55236054.bild.html

2 Antworten auf „Wie Ostern mich verändert“

  1. Danke für diesen Osterbeitrag 😊 die Ostergeschichte hast du sehr klar beschrieben- wie gut, dass wir durch Jesus Hoffnung und Freiheit haben! Liebe Ostergrüße, Rachele

    1. Liebe Rachele,
      vielen Dank für deine netten Worte. Ich bin auch sehr, sehr froh, dass Jesus uns durch die Ostergeschichte Freiheit und Hoffnung schenkt! Und wie schön, dass wir jeden Tag Ostern feiern dürfen, weil ER in uns lebt. Heute und auch morgen. Und an jedem anderen Tag! 🙂
      Liebe Grüße, Natalie

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