Unser Schritt ins Ungewisse

Wir ziehen um!

In der letzten Zeit ist es hier auf dem Blog ein wenig ruhiger geworden. Leider. Und doch nicht. Auch wenn hier seltener Texte erschienen sind, habe ich dennoch geschrieben. Hierzu bald Näheres. Gleichzeitig passiert aktuell aber auch sehr viel in unserem Leben als Familie, sodass ich tatsächlich weniger Zeit zum Schreiben habe. Dies liegt insbesondere an unseren Plänen, noch in diesem Jahr von Hamburg nach Leipzig zu ziehen. Und plötzlich ging und geht alles sehr schnell. Das Ganze fühlt sich an wie ein Schritt ins Ungewisse. Was ist noch sicher, wenn alles irgendwie ungewiss erscheint?

Wir wagen den Schritt

Manche von euch wissen bereits, dass mein Mann und ich zu einem Team gehören, das in Leipzig eine Kirche gründen möchte. Geleitet wird diese Gründung von unserem Schwager, der der Pastor des sogenannten LeipzigProjekts wird. Wir bereiten uns seit Längerem auf diesen Schritt vor. Als mein Mann und ich nun jedoch vor einigen Wochen unsere Wohnung kündigten, wurde hiermit plötzlich alles konkreter. Und zugleich blieb unsere Zukunft relativ unkonkret, weil wir noch keine neue Wohnung in Aussicht hatten. Wir empfanden Unsicherheit: Wo werden wir wohnen? Wie wird das Leben in einer fremden Stadt? Werden die Kinder sich gut einleben? Wie wird das Gründungsprojekt anlaufen?

Auf der Suche nach Antworten

Viele dieser Fragen können wir aktuell noch nicht beantworten. Doch als wir am vorletzten Wochenende nach Leipzig fuhren, wollten wir uns unter anderem der Frage nach einer neuen Wohnung widmen. Wir schauten uns fünf Wohnungen an und hatten am Ende zwei Favoriten. Doch wenngleich uns diese beiden am besten gefielen, war keine von ihnen optimal. Beispielsweise lag keine der Wohnungen im  Erdgeschoss oder hatte einen Garten (wer meinen Blog verfolgt, hat in meinem Text über das Sorgen erfahren, dass ich beides sehr gerne hätte). Die erste Favoritenwohnung war definitiv schöner und größer als die zweite. Dafür war die zweite günstiger, näher an den anderen Teammitgliedern und der Hauskomplex verfügt über einen Innenhof zum Spielen. Da saßen wir nun also und wussten nicht, was wir wollten. Perfekt war keine der Wohnungen. Sollten wir weiter beten und warten, ob Gott uns womöglich eine bessere schenken würde? Oder sollten wir uns für eine der beiden unperfekten Wohnungen entscheiden?

Wie sollen wir uns entscheiden?

Wir waren etwas ratlos und uns zugleich darüber im Klaren, dass wir vor einem Luxusproblem standen. Trotzdem musste eine Entscheidung her. Also beteten mein Mann und ich. Gemeinsam und alleine. Wir fragten Gott, was in dieser Situation das Richtige wäre. Sollten wir uns auf eine der beiden Wohnungen  bewerben und wenn ja, auf welche? Wir hatten wirklich das Gefühl, einfach nicht zu wissen, was hier das Beste wäre. Was nun?

Was mir Sicherheit gibt

Von Natur aus bin ich ein Mensch, der gerne nachdenkt und abwägt. In diesem Fall war das Ganze jedoch schwierig: Mir wurde schlagartig bewusst, dass mein Verstand hier an seine Grenzen kommt. Ich weiß einfach nicht, wie sich das Leben in Leipzig für uns als Familie gestalten wird. Was werden wir brauchen? Ist es also überhaupt möglich, unter diesen Umständen die richtige Entscheidung zu treffen? In der Bibel lese ich:

„Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN! „ (Sprüche 3,5)

 

Mein Verstand ist begrenzt. Aber es gibt jemanden, der heute schon weiß, was uns die Zukunft bringen wird. Gott ist derjenige, der weiß, ob wir wirklich einen Garten brauchen. Er sorgt für seine Kinder, versorgt uns. Ihm darf ich vertrauen und aus diesem Vertrauen heraus Entscheidungen treffen. Anstatt Angst vor einer falschen Entscheidung zu haben, darf ich mich daran erinnern, dass Gott alle Dinge lenkt. Er nutzt sogar das scheinbar Schlechte im Leben seiner Kinder so, dass es ihnen am Ende zum Besten dient (vgl. Römer 8,28). Selbst wenn wir uns also bezüglich der Wohnung „falsch“ entscheiden sollten, wird Gott daraus etwas Gutes machen. Was heißt das also? Wir dürfen beten und sicherstellen, dass es keine gewichtigen Gründe gegen eine der Optionen gibt (z. B. die Wohnung ist unbezahlbar). Dann jedoch dürfen wir mutig eine Entscheidung treffen. Einfach so.

Wie haben wir uns entschieden?

Nach dem Beten tauschten mein Mann und ich uns darüber aus, was wir tun könnten. Wir hatten beide den Eindruck, dass es das Beste für uns als Familie wäre, die Wohnungssuche abzuschließen, da sie uns sehr viel Zeit und Energie kostet. Für eine der besichtigten Wohnungen wollten wir uns entscheiden. Aber für welche? Wir waren uns einig: Wenngleich die größere viel schöner war, wollten wir uns auf die andere mit dem Innenhof und in der Nähe der anderen Teammitglieder bewerben. Wenn Gott möchte, dass wir diese Wohnung beziehen, dann wird unsere entsprechende Bewerbung beim Vermieter erfolgreich sein. Bekommen wir diese Wohnung nicht, hat Gott wohl andere Pläne für uns. Wir wussten also in diesem Moment immer noch nicht, ob diese bestimmte Wohnung die „richtige“ ist. Aber zu meiner diesbezüglichen Unsicherheit gesellte sich plötzlich ein innerer Friede: Mein Verstand ist mir hier zwar keine große Hilfe, aber es gibt jemand Größeren, der mein Denken übersteigt. Auf ihn möchte ich mich verlassen!

Wir bewarben uns also auf diese Wohnung und warteten auf die Entscheidung des Vermieters. Gott würde ihn so entscheiden lassen, wie es Gottes Plan entsprechen würde, denn „Wie man Wasser durch Kanäle leitet, so lenkt der HERR die Gedanken des Königs [auch des Vermieters], wohin er will.“ (Sprüche 21,1)

Wie ging es weiter?

Mittlerweile haben wir den Zuschlag bekommen und somit ziehen wir bald in die Wohnung mit dem Innenhof. Wie wir dort leben werden, weiß ich immer noch nicht. Viele Fragen bleiben weiter unbeantwortet, aber in meiner Unsicherheit möchte ich mich an den klammern, der zu jeder Zeit meine Sicherheit ist. Jesus.

Gibt es auch in deinem Leben wichtige Entscheidungen zu treffen?
Wie gehst du mit entsprechenden Unsicherheiten um?
Ich freue mich über eure Kommentare.

4 Antworten auf „Unser Schritt ins Ungewisse“

  1. Ich kann das so gut nachvollziehen, wir stecken ja auch Grad in Umzugsplänen. Wir haben es so ähnlich wie ihr gemacht mit einem Zeitfenster für die Entscheidung. Unser Häuschen hat Gott uns dann ja tatsächlich am letztmöglichen Termin geschenkt, so dass wir nur Staunen konnten… Auch für die Nachmietersuche haben wir uns ein Zeitfenster gesetzt, weil eigentlich so viel anderes zu tun wäre. Ich bin sehr gespannt, wir es bei euch weitergeht! Liebe Grüße aus dem Chaos, Martha

    1. Liebe Martha,
      ich habe beim Schreiben des Textes tatsächlich auch an euch gedacht. Wie schön, dass Gott euch ebenfalls mit einer neuen Bleibe beschenkt hat! Ich wünsche euch für diese spannende, herausfordernde, aber sicher auch sehr schöne Lebensphase viel Freude und Segen!
      Liebe Grüße aus dem Orga-Chaos zurück, Natalie

  2. Du hast die Entscheidungsfindung so gut beschrieben, Natalie! Auf der einen Seite auf Gott warten und hören und dann aber nach unseren Möglichkeiten auch mutige Entscheidungen treffen. Manchmal bleiben wir auf einer Seite hängen – treffen Entscheidungen ohne Gott zu fragen oder warten und warten und tun Garnichts…
    Das schöne finde ich, dass es keine einfache Pauschalantwort gibt oder ein fünf-Punkte-Plan… in all unseren Fragen zieht es uns immer näher zu Jesus und in die Beziehung zu ihm. Und dann dürfen wir sicher sein, dass wir nicht allein sind und Gott bei all unseren Entscheidungen mit uns ist.

    1. Liebe Antschana,
      ich finde, du hast mit deinem Kommentar sehr gut auf den Punkt gebracht, was ich versucht habe, an unserem konkreten Beispiel zu beschreiben. Danke dafür! Ich empfinde es auch als eine Gratwanderung: Auf der einen Seite möchten wir Gott vertrauen und ihn machen lassen, auf der anderen Seite darf dieses „Vertrauen“ auch keine Entschuldigung für passives, ängstliches Verhalten unsererseits sein. Deshalb stimme ich dir zu: Wenn wir mit Jesus verbunden sind, wird er uns führen und wir dürfen sicher sein, dass er unsere Entscheidungen und Wege lenkt. Liebe Grüße!

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