Ich sage meinen Gefühlen den Kampf an!

Von Zweifeln und einem, der größer ist

Ich bin enttäuscht. Seit dem Herbst suchen wir für unsere Kinder vergebens nach Kindergartenplätzen. In unzähligen Einrichtungen habe ich angerufen. Wir stehen auf verschiedenen Wartelisten. Ich habe Voranmeldebögen ausgefüllt und noch mehr Mails geschrieben. Und während unsere Nachbarskinder nach und nach Zusagen für Plätze im Sommer erhalten, gehen wir wieder leer aus. Wir bekommen weder einen Anruf noch eine Email. Auf Nachfrage sagt man mir, dass unsere Kinder leider nicht berücksichtigt werden konnten. Vielleicht klappe es im nächsten Sommer. Ich bin enttäuscht und ehrlich gesagt auch frustriert. Hat Gott uns vergessen? 

In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken: Hätte ich noch mehr potenzielle Kindergärten abklappern sollen? Warum bekommen andere Kinder Plätze, obwohl wir länger warten? Gott weiß doch, dass wir schon so lange dafür beten. Warum gehen wir leer aus? Warum tut Gott nichts, obwohl er es könnte?

Was mich runterzieht

Während meine Gedanken sich verselbstständigen, ziehen sie mich wie ein Strudel abwärts. Insbesondere der Vergleich mit anderen bringt mich nicht weiter. Im Gegenteil: Wenn ich die Kitaplätze der anderen sehe und im Gegensatz dazu über unsere Absagen jammere, erstickt mein Selbstmitleid meine Freude. Neid macht es mir unmöglich, den anderen Gutes zu gönnen. Eigentlich möchte ich mich für und mit ihnen freuen. Aber ein Vergleichen hilft hier nicht.

Und schließlich kann ich auch die Warum-Fragen nicht beantworten. Während ich vergebens nach Antworten suche, verliere ich mich und vergeude kostbare Zeit. Zeit, die ich besser nutzen könnte, um meine Gedanken mit Gutem zu füllen. Auch wenn ich vieles nicht weiß, z. B. warum wir leer ausgegangen sind, so gibt es vieles, was ich dennoch mit Sicherheit sagen kann.

Meine Gedanken mit Gutem füllen

Auch wenn es sich so anfühlt, als hätte Gott uns vergessen, so ist das eine Lüge. Gott verspricht, dass er besser als eine Mutter für seine Kinder sorgt: „»Kann eine Mutter ihren Säugling vergessen? Bringt sie es übers Herz, das Neugeborene seinem Schicksal zu überlassen? Und selbst wenn sie es vergessen würde – ich vergesse dich niemals!“ (Jesaja 49,14-15)

Gott entgeht nichts! Seit vielen Monaten beten wir für gute Kindergartenplätze. Auch, wenn es sich aktuell anfühlen mag, als hätte Gott diese Gebete nicht gehört oder zumindest nicht erhört, so entspricht dieses Gefühl nicht der Wahrheit. Im Gegenteil:  Gott weiß viel besser als wir, was gut für uns ist: „Er [Gott] sagt: »Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn wie der Himmel die Erde überragt, so sind auch meine Wege viel höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ (Jesaja 55,8-9)

Dem Zweifel den Kampf ansagen

Meine Gefühle wollen mich an Gottes Liebe zweifeln lassen. Doch anstatt ihnen zu glauben, möchte ich diesen Zweifeln etwas entgegensetzen, nämlich Gottes Versprechen. Wenn er mir höchstpersönlich versichert, mich nie zu vergessen, dann darf ich das glauben. Vielleicht brauchen meine Gefühle ein wenig Nachhilfe in diesem Punkt, aber die sollen sie bekommen.

Anstatt an Gottes Liebe zu zweifeln, möchte ich ganz aktiv um Vertrauen kämpfen. Indem ich mich selbst an all das Gute erinnere, was Gott mir versprochen hat. Ich möchte ihm vertrauen, dass er uns eben nicht vergessen hat. Dass er unsere Gebete wirklich hört und sie zur richtigen Zeit auf seine Weise erhört. Auch wenn es sich aktuell anders anfühlt: Er meint es immer gut mit uns (vgl. Römer 8,28).

Der größte Liebesbeweis

Und wenn ich morgen immer noch oder wieder an Gottes Liebe zweifle, dann möchte ich mich daran erinnern, dass er mir bereits den größtmöglichen Liebesbeweis gemacht hat: Gott hat mir sogar seinen eigenen und einzigen Sohn geschenkt! Jesus starb für mich. Seine Liebe ist sogar so groß!

„Er [Gott] hat ja nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle hergegeben. Wird uns dann zusammen mit seinem Sohn nicht auch alles andere geschenkt werden?“ (Römer 8,32)

Wie kann ich noch länger an Gottes Liebe zu mir zweifeln?

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