Der Wolkengott

Was geht dir durch den Kopf, wenn du an Gott denkst?

Ich kann mich erinnern, dass ich immer „irgendwie“ an einen Gott geglaubt habe. Allerdings war mein Bild von ihm nicht unbedingt positiv. Wenn ich an Gott dachte, stellte ich mir jemanden vor, der im Himmel sitzt. Möglicherweise auf einer Wolke. Ein Gott, der das Weltgeschehen beobachtet und vielleicht mal eingreift, mal aber auch nicht. Ein „Wolkengott“, der mich ab und an beobachtet und schaut, was ich so treibe. Sein Blick ist streng. Bewertend. Urteilend. Insgesamt ist er aber eher unbeteiligt.

Hast du auch ein Bild von Gott? Wenn ja: Wie siehst du ihn?

Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich mir Gott noch weiter ausgemalt hätte. Wenn ich noch weiter vor mich hin philosophiert hätte. Vielleicht würde ich immer noch an einen unbeteiligten „Wolkengott“ glauben. Die Bibel beschreibt ihn allerdings ganz anders:

„Er [Gott] streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich und zog mich aus großen Wassern.“ (2. Samuel 22,17)

Dieses Zitat stammt von David, der ein Lied darüber schreibt, wie Gott ihn vor seinen Feinden gerettet hat. Wenngleich diese Worte also sehr individuell erscheinen mögen, passen sie ins Gesamtbild der Bibel: Sie beschreibt Gott eben nicht als einen fernen Gott. Zwar ist er allmächtig und der Schöpfer aller Dinge, aber dennoch kommt er uns Menschen ganz nah. Seine Liebe und sein Mitgefühl trieben ihn nicht nur dazu, seine Hand „von der Höhe auszustrecken“. Er ging sogar so weit, dass er den Himmel verließ und höchstpersönlich auf diese Erde kam. An Weihnachten. Er ist somit eben kein unbeteiligter Wolkengott (hier gibt’s einen weiteren Text hierzu).

Stattdessen kam er so zerbrechlich wie nur möglich: als kleines Baby und auf Hilfe angewiesen. Niemand wollte ihn aufnehmen. Die Türen Betlehems blieben verschlossen, sodass Jesus in einem Stall geboren wurde. Von Anfang an erlebte er Ablehnung und diese zog sich durch sein ganzes Leben. Am Kreuz fand sie schließlich ihren Höhepunkt. Mehr noch: Als Jesus an Weihnachten kam, hatte er Ostern schon vor Augen.

Mein Bild des Wolkengottes trifft also definitiv nicht zu. Wenn ich an Weihnachten denke, sehe ich stattdessen einen Gott des Mitgefühls. Einen, der unsere menschlichen Nöte kennt. Einen Gott der Liebe, dem kein Weg zu weit war, um uns Menschen zu begegnen.

Öffnen wir ihm die Tür zu unserem Leben?

One Reply to “Der Wolkengott”

  1. Liebe Natalie,

    viele Menschen stellen sich Gott als einen alten Mann mit langem, weißem Bart vor. Er sitz oben auf seiner Wolke und schaut sich das Spektakel hier auf der Welt an 🙂 Ich denke als Kind habe ich auch einmal so gedacht, aber heute schmunzel ich nur darüber.

    Heute denke ich, dass es keine Rolle spielt, wie Gott aussieht. Weil es würde gar nicht in unsere Vorstellungen passen. Er ist überall, denn er ist der Schöpfer. Und Jesus hat ihn uns näher gebracht, das rührt mich sehr (wobei ich zu denen gehöre, die absolut nicht in der Bibel rausliest, dass Gott als Mensch/Jesus auf die Welt gekommen ist. Jesus ist der Sohn und er hat uns viel offenbart über den Vater <3)

    Alles Liebe
    Sina

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