Der ferne Gott?

Immanuel. Gott ist mit uns

In wenigen Wochen ist Weihnachten. Das Fest nähert sich mit großen Schritten. Zur gleichen Zeit wie jedes Jahr und doch gefühlt zu schnell. Der Terminkalender füllt sich quasi von alleine, Geschenke wollen ausgesucht, Plätzchen gebacken werden. Aber in all dem weihnachtlichen Trubel möchte ich bewusst innehalten und mich an den Kern von Weihnachten erinnern. Hierzu gibt es jede Woche im Advent einen kurzen Text. Worte über den Erfinder von Weihnachten und über das Wunder seines Kommens. Ich freue mich über jeden, der mitliest und gemeinsam mit mir erstmalig oder erneut staunt. Über das Wunder von Weihnachten.

Wie sollte Gott uns seine Liebe zeigen?

Was sollte Gott deiner Meinung nach tun, um zu beweisen, dass er uns Menschen liebt?
Die Bibel berichtet von der erstaunlichen Tatsache, dass Gott aufrichtig an uns interessiert ist. Er möchte Gemeinschaft mit uns Menschen haben, weil er uns liebt. Aber wie könnte Gott uns wohl am eindrucksvollsten, am überzeugendsten seine Liebe zeigen?

Wären wir uns seiner Liebe für uns sicher, wenn Gott mächtig auftreten und in nur einem Augenblick all die Kriege beenden würde? Oder könnte er alternativ viele Menschen von seiner Liebe überzeugen, wenn er mit einem Schlag all den Hunger auf dieser Welt stillen würde? Was sollte Gott deiner Meinung nach tun, um uns seine Liebe zu zeigen? Was würde dich davon überzeugen, dass wir Menschen für ihn wertvoll sind?

Ich persönlich hätte wohl ein imposantes, alle Nationen aufrüttelndes Handeln erwartet wie zum Beispiel die Sache mit dem Weltfrieden. Gott aber hatte etwas anderes geplant. Etwas Unerwartetes, Unscheinbares. Doch obwohl sein Plan unspektakulär wirkt, hat sein Handeln weitreichendere Folgen als man annehmen würde.

Er kommt persönlich

Gott entschied sich, persönlich zu uns zu kommen. Er würde den Himmel verlassen und uns in diesem Universum besuchen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt und mit einem klar definierten Ziel. Aber gleichzeitig ohne Applaus und Paukenschläge.
Unsere Kinderbibel formuliert ganz wunderschön, wie der Schöpfer des Himmels und der Erde sich bereit macht, um in seine Welt zu kommen. Still und leise:

„Alles war bereit. Der Moment, auf den Gott so lange gewartet hatte, war endlich da! Gott würde kommen, um seine Kinder zu retten, wie er es von Anfang an versprochen hatte. Doch wie würde er kommen? Wie würde er aussehen? Was würde er tun?
Berge hätten sich gern vor ihm verneigt. Meere hätten vor Freude gern Wellen geschlagen. Bäume hätten am liebsten getanzt. Doch die Erde hielt die Luft an. So leise wie Schneefall kam er zur Welt. Gerade als niemand hinsah, in der Dunkelheit der Nacht.“ 1Lloyd-Jones, Sally & Jago: Die Gott hat dich lieb Bibel, Asslar: Gerth Medien 2014, S. 176

Er kommt als Baby

Gott wurde Mensch und kam als Baby auf diese Welt. Klein, verletzlich und in allen Dingen auf Fürsorge und Schutz angewiesen. Jesus wurde nicht in einem prunkvollen Palast im Herzen einer bedeutenden Stadt geboren. Stattdessen kam er weitgehend unbemerkt in einem unbedeutenden Städtchen in einem noch bedeutungsloseren Stall zur Welt. Schon vor seiner Geburt wurde er abgelehnt, indem man seiner hochschwangeren Mutter eine angemessene Unterkunft verwehrte (vgl. Lukas 2,7). Statt eines sauberen Bettes gab es für Jesus nur einen stinkenden Futtertrog in einem kalten Stall.

Hätte ich Gottes Handeln so erwartet?
Wieso zeigt er seine Liebe auf diese Weise?

Jesus ist „Immanuel“

Gott liebt uns so sehr, dass er uns nicht fern bleiben will. Er sitzt nicht distanziert und teilnahmslos im Himmel, sondern möchte wirklich mit uns sein. Gott wird Mensch und kommt in Jesus zu uns. Jesus wird in der Bibel auch „Immanuel“ genannt, was bedeutet „Gott [ist] mit uns“ (vgl. Matthäus 1,23). Er lebte unter uns Menschen auf dieser Welt und teilt mit uns unsere Menschlichkeit. Dass das Menschsein oft mit Leid verbunden ist, hat Jesus am eigenen Leib erfahren: Er kam in ärmlichen Verhältnissen zur Welt. Er wurde abgelehnt  und bereits als Baby verfolgt (vgl. Matthäus 2,16). Der Gott der Bibel ist ein Gott, der uns versteht und mitleidet. Er nimmt sowohl Anteil an unseren Freuden als auch an unseren Nöten. Jesus ist tatsächlich „Immanuel“: Gott mit uns!

Was bedeutet das für mich?

  • Manchmal habe ich das Gefühl, dass niemand mich verstehen kann, weil niemand genau das erlebt, was ich erlebe. Aber hiermit liege ich falsch. Es gibt einen, der mich tatsächlich versteht und das ist Jesus. Ihm darf ich mein Herz ausschütten und wissen: Er ist ein mitleidender, mitfühlender Gott. (vgl. Hebräer 4,14-16)
  • Jesus hat zudem versprochen, mich nie alleine zu lassen, weil ich sein Kind bin: „[…] Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28,20) Auch wenn es sich anfühlt, als sei Gott mir fern, so darf ich mich erinnern, dass er es dennoch nicht ist. Er ist Immanuel: Gott ist mit mir. Jeden Tag, also auch heute.

 

 

Quellenangaben   [ + ]

1 Lloyd-Jones, Sally & Jago: Die Gott hat dich lieb Bibel, Asslar: Gerth Medien 2014, S. 176

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