An dich, erschöpfte Mama…

Eigentlich bin ich sehr gerne Mama. Ich liebe meine Kinder und doch gibt es sie: Tage, an denen ich müde und entmutigt bin. Tage, an denen ich zweifle: Lohnt sich die ganze Mühe? Wie soll ich noch so eine schlaflose Nacht überstehen? Bin ich geeignet als Mama? 

Alltägliche Herausforderungen

Die aktuelle Grippewelle ist nicht an uns vorübergegangen. Zuerst wurde meine Dreijährige krank und als sie nach einer guten Woche langsam auf dem Weg der Besserung war, zeigten sich beim kleinen Bruder erste Symptome. Ich machte mich auf eine weitere herausfordernde Woche unter Quarantäne gefasst.

Insbesondere in Zeiten der Krankheit komme ich schnell an meine Grenzen. Selbst dann, wenn unsere jeweiligen Erkrankungen meist relativ harmlos und von kurzer Dauer waren. So hatte ich vor einigen Tagen zwei weinende Kinder auf dem Schoß und betrachtete die Küchentür nur aus der Ferne. Ich war wirklich verzweifelt: Mein geplantes Mittagessen war zu aufwendig, um es unter diesen Umständen zu kochen. Die Wäsche wartete seit Stunden vergebens auf mich. Genau wie die volle Geschirrspülmaschine. Die Kinder weinten nun schon eine ganze Weile. Ich hatte alles Mögliche versucht, um ihnen zu helfen, aber es ging ihnen einfach nicht gut. Sie weinten fast pausenlos. Was sollte ich tun? Mache ich was falsch?

Momente des Zweifelns

Tage mit kranken Kindern können uns Mamas zum Verzweifeln bringen oder uns zumindest zweifeln lassen. Das schafft meiner Erfahrung nach aber auch der ganz normale Mama-Alltag. So zweifle ich gelegentlich, ob meine Arbeit hier zuhause Frucht bringt. Ob sich all die Mühe lohnt. Insbesondere wenn man kleine Kinder hat, ist das Mamasein meist ein 24-Stunden-Job. Und zudem ohne Wochenende oder Urlaub. Während andere Menschen große, bedeutende Dinge zu tun scheinen, ziehe ich die meiste Zeit des Tages „nur“ zwei kleine Menschen groß. Oder versuche es zumindest.

Kennst du diese Gedanken? Hast du genau wie ich manchmal das Gefühl, dass dein Muttersein nicht besonders bedeutend ist? Und fragst du dich auch gelegentlich, ob du die Richtige für diesen Job bist?

Ein Job von unschätzbarem Wert

Liebe Mama, unser täglicher Einsatz ist von unschätzbarem Wert! All die Arbeit und Mühe, all unsere Liebe, die wir schenken, hat eine unglaublich große Bedeutung. Insbesondere wenn unsere Kinder klein sind, bedeuten wir ihnen alles! Sie sind von uns abhängig und jede noch so kleine Kleinigkeit, die wir in Liebe für sie tun, hat große Auswirkungen!

All diese Liebe wird einen Unterschied in ihrem Leben machen. Sie beeinflusst unsere Kinder so unglaublich positiv! All die Zeit, die wir in den Aufbau einer guten Eltern-Kind-Beziehung investieren, ist mehr als sinnvoll eingesetzt. Wenn wir unseren Kindern heute in Liebe begegnen, hat das Auswirkungen auf ihr Morgen. Auf sie und ihre eigenen Kinder. Wer weiß, wie viele weitere Generationen wir mit dem beeinflussen, was wir heute tun?

Unser Alltag mag ziemlich unspektakulär aussehen. Wenig besonders und unwichtig im Vergleich zu anderen Jobs. Wir pflegen vielleicht kranke Kinder, wechseln unzählige Windeln, trösten, schlichten und kochen Essen, was am Ende womöglich niemand mag. Wir arbeiten die meiste Zeit des Tages weitgehend im Verborgenen. Dort, wo uns nur wenige Menschen sehen. Aber unsere Kinder beobachten uns sehr wohl. Wir haben einen unglaublich großen Einfluss auf ihr Leben. Das wiederum ist eine riesige Chance und Verantwortung zugleich. Liebe Mama, dein Job ist nicht immer leicht, aber von unschätzbar großem Wert! 

Ich fühle mich oft unqualifiziert

Nicht selten habe ich jedoch das Gefühl, dass ich für diesen wichtigen Job als Mama nicht ausreichend qualifiziert bin. Gerade heute bin ich laut geworden, obwohl ich meinem Kind besser mit Liebe und Geduld begegnet wäre. Das, was ich tue, ist oft ungenügend. Fehlerhaft. Meine Liebe, Geduld, Kraft und vieles mehr reichen an den meisten Tagen nicht aus für diese verantwortungsvolle Aufgabe des Mutterseins. Was nun?

Jesus macht aus „wenig“ mehr als genug

In der Bibel gibt es eine Geschichte, die hier sehr ermutigend ist: Jesus hat stundenlang zu einer großen Menschenmenge gesprochen und als er fertig ist, sind alle hungrig. Leider haben seine Jünger weder ausreichend Nahrung noch genug Geld, um für so viele Leute Essen zu kaufen. Doch plötzlich tritt ein kleiner Junge auf und stellt alles zur Verfügung, was er hat: zwei Fische und fünf Brote. Obwohl das natürlich viel zu wenig ist. So fühle ich mich auch oft in meinem Alltag als Mutter: Meine eigenen Kräfte und Bemühungen reichen nicht aus. Das, was ich bringen und leisten kann, ist zu wenig!

Aber genau in dieser Situation tut Jesus etwas Wunderbares: Er nimmt die zwei Fische und fünf Brote, dankt Gott dafür und lässt das Essen austeilen. Die ersten Menschen nehmen sich etwas, dann die nächsten und am Ende reicht es plötzlich für alle. Mehr noch: Es bleiben sogar mehr Brote übrig, als der Junge ursprünglich gebracht hatte. (vgl. Johannes 6,1-13)

Diese Geschichte zeigt, dass ich nicht verzweifeln muss, wenn meine Bemühungen nicht ausreichen. Wenn meine Kräfte zu gering sind. Oder wenn meine Geduld und Liebe für meine Kinder nicht ausreichen. Es geht nicht in erster Linie darum, was ich habe oder nicht habe. Entscheidend ist, wie ich meine Ressourcen einsetze. Was mache ich mit meiner Geduld, Kraft, Liebe oder Zeit? Versuche ich, alles selbst zu regeln? Vertraue ich auf meine eigene Kraft? Versuche ich, durch eigene Anstrengungen meinen Mangel zu kompensieren? Oder bringe ich alles, was ich habe, dem Einen, der aus wenig mehr als genug machen kann?

Was heißt das praktisch?

Wenn meine Kinder sich streiten, habe ich leider des Öfteren zu wenig Liebe für sie. Ich bin dann beispielsweise innerlich verärgert und möchte diesen Ärger manchmal rauslassen. Aber in diesem Moment darf ich kurz innehalten und ein Gebet sprechen, denn: Jesus lädt mich ein, mit diesem Mangel an Liebe zu ihm zu kommen. Ihm das Wenige zu geben, was ich habe. Weil er mir mehr davon schenken möchte. Er selbst ist die Liebe in Person und wartet darauf, mir mehr davon zu geben. Ich muss ihn nur bitten.

Oder ich bin bereits laut geworden. Mein Mangel an Geduld und Liebe ist in diesem Fall nicht mehr nur mir bewusst, sondern zudem auch meinen Kindern. Aber auch jetzt wartet Jesus noch auf mich. Er lädt mich weiterhin ein, ihm meinen Mangel zu bringen. Ich darf sowohl ihn als auch meine Kinder um Vergebung für mein Lautwerden bitten. So habe ich schon häufig gemeinsam mit meinen Kindern gebetet und ihnen erklärt, was genau ich falsch gemacht habe. Und dass es bei Jesus Vergebung gibt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus auch diesen Mangel (mein Versagen) zu mehr als genug macht: Indem ich gegenüber meinen Kindern nicht vorgebe, perfekt zu sein, ermutige ich sie, ebenfalls mit ihrem Mangel zu Jesus zu kommen. Das ist mehr wert, als ihnen gegenüber den Eindruck einer scheinbar perfekten Mama aufrechterhalten zu wollen.

Liebe Mama, es kommt nicht in erster Linie darauf an, wie groß oder wenig das ist, was wir haben. Entscheidend ist, ob wir damit zu demjenigen kommen, der aus wenig mehr als genug macht.

Persönliche Fragen

  • In welchen Situationen spürst du besonders häufig deinen Mangel an etwas Bestimmtem?
  • Was hält dich davon ab, damit zu Jesus zu kommen?
  • Gibt es möglicherweise Bereiche in deinem Leben, in denen du meinst, Jesus nicht zu brauchen? Er ist sowohl an unseren Schwächen als auch an unseren Stärken interessiert.

 

6 Antworten auf „An dich, erschöpfte Mama…“

    1. Vielen Dank für dein Feedback! Ich freue mich immer sehr, wenn jemand ermutigt wird und sich zudem noch die Zeit nimmt, mich das wissen zu lassen. Danke! 🙂 Liebe Grüße, Natalie

  1. Du hast so recht! Danke für die Erinnerung daran, dass Jesus aus wenig genug/überfluss machen kann. Ich will das im Alltag viel mehr leben und nicht immer wieder so schnell vergessen….liebe grüße Rebecca

    1. Liebe Rebecca,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich, dass dich der Text angesprochen hat. Und hier sitzen wir im gleichen Boot: Dass Jesus aus wenig mehr als genug machen kann, möchte ich auch noch viel mehr leben. 🙂
      Liebe Grüße, Natalie

    1. Hallo Rebecca, danke für deine mutmachenden Worte! Ich freue mich, wenn du ebenfalls ermutigt wurdest. Das brauchen insbesondere wir Mütter immer wieder, oder? 🙂 Schön, dass du hier warst! Liebe Grüße, Natalie

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